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Swisslos sendet im Schweizer Fernsehen regelmässig Beiträge über kulturelle Sehenswürdigkeiten aus der ganzen Schweiz. Erfreulicherweise fiel die Wahl nun auf das neu gegründete Anna-Göldi-Museum im Hänggiturm in Glarus-Ennenda, das aus dem Lotteriefonds mitunterstützt wurde.

Der Beitrag wurde vor kurzem gedreht und erscheint im Schweizer Fernsehen SRF 1 zur besten Sendezeit am Mittwoch, 29. November um 21:45 Uhr.

Aufnahmeleiterin Ruth Pierce war beeindruckt bei den Dreharbeiten mit dem Fernsehteam. "Eines der kreativsten Museen der Schweiz", lobte Pierce.

Eine Sonderausstellung im Anna Göldi Museum mit bewegenden Portraits aus der Schweiz regt an zum Gespräch über die Menschenrechte.

Ausstellungseröffnung mit Vortrag und Diskussion: Mittwoch 27. September 2017, 19.30 Uhr

Im Anna Göldi Museum findet bereits gut fünf Wochen nach der Eröffnung eine erste Sonderausstellung statt.

Die vor zehn Jahren gegründete Anna Göldi Stiftung hat sich von Anfang an auf ihre Fahne geschrieben, dass sie sich im Bereich Menschenrechte engagieren will. Sie hat deshalb unter dem Namen Anna Göldi Auditorium eine Veranstaltungsreihe initiiert, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzt und vergibt in unregelmässigen Abständen den Anna Göldi Menschenrechtspreis.

In der Schweiz überflüssig geworden?

Die Ausstellung „Mein Recht, meine Geschichte“ wie auch die Eröffnungsveranstaltung stellt Fragen zur Bedeutung der Menschenrechte. So etwa: Sind Menschenrechte in der Schweiz nicht überflüssig geworden? Denn, es geht uns doch gut hierzulande. Und: Menschenrechte spielen in unserem Alltag praktisch keine Rolle. Doch, stimmt das? Sind die Grundrechte nur in Ländern wie der Türkei oder Russland unter Beschuss? Oder könnten wir diesen Schutz in der Schweiz auch verlieren?

Die Informationskampagne „Schutzfaktor M“ zeigt mit dieser Ausstellung Menschen, die wissen, was es heisst, wenn die Menschenrechte nicht mehr gelten.

Ursula Biondi / Andrea Huber

Mit 17 und schwanger ins Gefängnis

Eine davon ist Ursula Biondi, die als 17-Jährige in ein Frauengefängnis gesperrt wurde, weil sie minderjährig schwanger war. Das war 1967. Aber auch heute sind die Menschenrechte nicht in Stein gemeisselt, wie andere Geschichten zeigen. Ursula Biondi, eine der Trägerin des Anna Göldi Preises für Menschenrechte, wird über ihre Erfahrungen sprechen.

Andrea Huber, die Initiantin von Schutzfaktor M, wird an der Ausstellungseröffnung ein auf die Fragen und Inputs der Gäste massgeschneidertes Referat halten. "Südostschweiz"-Redaktor Daniel Fischli konnte für die Moderation und Diskussionsleitung gewonnen werden. Menschenrechte schützen uns Die Ausstellung würdigt die bedeutende Rolle der Menschenrechte. Andrea Huber formuliert es so: „Die Menschenrechte sind die Basis unserer Demokratie und unseres Rechtsstaates. Sie sind ein wichtiger Schutzfaktor. Denn sie schützen unsere Rechte als Bürgerinnen und Bürger, unsere Sicherheit und unsere Freiheit.“ Die Anna Göldi Stiftung und die Aktion „Schutzfaktor M“ laden die Bevölkerung ein, um über den Wert, Bedeutung und Bedrohung der Menschenrechte zu diskutieren.

Eröffnung mit Referat und Diskussion: Mittwoch 27. September 2017, 19.30 Uhr im Anna Göldi Museum, Fabrikstrasse 9, Ennenda.

Die Sonderausstellung ist während den üblichen Öffnungszeiten vom 27. September bis Ende Oktober zu sehen. Der Eintritt zu diesem Museumsteil ist frei. Das Museum ist unbeheizt. Bitte der Witterung angepasste Bekleidung mitnehmen.

Die neue Anna-Göldi-Ausstellung im Hänggiturm Glarus/Ennenda stösst auf reges Interesse. Die Verantwortlichen haben bereits die Hälfte der nötigen Mittel mit zugesicherten Beiträgen namhafter nationaler und lokaler Sponsoren beschafft.

Die Öffentlichkeit erfährt 2016 alles über den Projektfortschritt. Der Anna-Göldi-Stiftungsrat hat das Detailprojekt der raumprodukt gmbh für das neue Museum im Hänggiturm Glarus/Ennenda gutgeheissen und den Zwischenbericht des Fachgremiums unter der Leitung des Glarner Kulturchefs Fritz Rigendinger zu den historischen und juristischen Inhalten der Ausstellung genehmigt. Auf finanzieller Ebene hat das Team rund um Projektleiter und Vize-Präsident Peter Bertschinger innert der ersten fünf Monate bereits die Hälfte aller nötigen Mittel beschafft. Wichtige Sponsoren wie die national renommierte Ernst Göhner Stiftung oder die bedeutende Glarner Firma Service 7000 setzen sich mit namhaften Beiträgen für das neue Anna-Göldi-Museum ein. Somit konnte die Detailplanung für die neue Ausstellung ausgelöst werden. Sofern die Finanzierung für die zweite Tranche ebenso erfolgreich verläuft, kann im Sommer 2016 mit der Installation im Hänggiturm begonnen werden. Weitere Gesuche sind bereits eingereicht und in Bearbeitung.

Öffentliche Projektvorstellung

Das zeitintensive und anspruchsvolle Museumsprojekt haben der Anna-Göldi-Stiftungsrat und die raumprodukt GmbH für die Realisierungsphase seriös geplant. Als Termin für die Eröffnung der neuen Ausstellung kristallisiert sich der Anna-Göldi-Gedenktag vom 13. Juni 2017 heraus. Die Öffentlichkeit informieren die Verantwortlichen bereits im Juni 2016 detailliert über den Projektfortschritt im Hänggiturm Glarus/Ennenda. Mit seinem realistischen Zeitplan stellt der Stiftungsrat die inhaltliche und gestalterische Qualität sicher und ermöglicht eine gründliche Auseinandersetzung, die für eine hochwertige Ausstellung von grösster Bedeutung ist.

Anna-Göldi-Führungen in Glarus

Führungen und Vorträge zum Thema Anna Göldi erfreuen sich hoher Beliebtheit. Ausgangspunkt der Führungen ist das Gerichtshaus in Glarus, unweit des Ortes, wo Anna Göldi 1782 gefoltert und zum Tode verurteilt wurde. Seit 2014 erinnern hier ein schlichtes Licht und eine Tafel an das Schicksal der Magd, die als «letzte Hexe» bekannt wurde. Heute gilt Anna Göldi als nationale Symbolfigur für Opfer behördlicher Willkür. Auch kulturaktivGLARUS bietet mit grossem Erfolg Stadtführungen in der kleinsten Hauptstadt der Schweiz an.

Ehrenmitgliedschaft für Elisabeth Kopp

Die Anna Göldi-Stiftung verlieh an ihrer letzten Sitzung alt-Bundesrätin Elisabeth Kopp die Ehrenmitgliedschaft. Sie gehört der Stiftung seit dem Gründungsjahr 2007 an und hat sich immer wieder für ein starkes Engagement im Bereich Menschenrechte und Rechtsstaat ausgesprochen. Die heute 79-Jährige wurde 1984 als erste Frau in den Bundesrat gewählt. 1988 beendete ein politischer Skandal ihre Amtszeit vorzeitig. Trotz Freispruch wurde Elisabeth Kopp gesellschaftlich und politisch erst zehn Jahre nach ihrem Rücktritt rehabilitiert.

 

Bild: Coralie Wenger, Photograph, Winterthur

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