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Anlässe - Termine

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Samstag 24. Juni 2017, 10:00 Uhr, Hotel Glarnerhof, Glarus

 

Die Anna-Göldi-Stiftung feiert 2017 ihr zehnjähriges Bestehen – mit viel Grund. Der Stiftungsrat darf auf viel Erreichtes zurück – und mit grosser Zuversicht in die Zukunft schauen, denn: Die Eröffnung des neuen Museums im Hänggiturm in Ennenda steht kurz bevor. Den diesjährigen Gedenktag – heuer am 24. Juni, dem Todestag Annas nach neuer Zeitrechnung – widmet die Stiftung dem Glarner Landschreiber, Johann Melchior Kubli (1750 - 1835). Er war am Göldi-Prozess als junger Protokollführer beteiligt und musste die schreckliche Folterung der Angeklagten miterleben.

Heute wissen wir, dass Kubli damals die geheimen Akten des Göldi-Prozesses dem deutschen Journalisten Ludwig Lehmann zugespielt und dafür gesorgt hatte, dass einer der berühmtesten Justizfälle in die Öffentlichkeit gelangte. Als Demokrat und Gegner des oligarchischen Herrschaftssystems überwarf er sich mit den Mächtigen. Nach der französischen Revolution und dem Ende der alten Eidgenossenschaft war er während der helvetischen Republik Senator und federführend bei der Ausarbeitung eines Verfassungsentwurfes, der für die schweizerische Bundesverfassung von 1848 wegleitend war. Als Politiker setzte er sich gegen Folter und Geheimjustiz und für ein rechtsstaatliches Gerichtsverfahren ein. Damit gehörte einer der Hauptfiguren im Göldi-Prozess zu den Wegbereitern eines humaneren und demokratischeren Strafprozesses in der Schweiz.

Walter Hauser und Nicole Lieberherr

An der Gedenkfeier referieren Nicole Lieberherr, welche eine vielbeachtete Biografie über Kubli schrieb, sowie Walter Hauser, der spannende und erkenntnisreiche Recherchen zum Justizmord an Anna Göldi veröffentlichte sowie die Rehabilitierung der glücklosen Magd aus Sennwald initiierte. Anschliessend an die Referate wird es die Möglichkeit geben, mit dem Autor und der Autorin ins Gespräch zu kommen.

Der Anlass wird moderiert von Fridolin Elmer, Leiter des neuen Anna Göldi Museums.

Die Bevölkerung ist herzlich zu diesem öffentlichen Jubiläumsanlass eingeladen.


 

 

Die Veranstaltungsreihe der Anna-Göldi-Stiftung

„Flucht in die Karibik“    

Ein Anlass mit NZZ-Redaktor Martin Beglinger

Freitag, 24. Februar 19.30 Uhr, Landesbibliothek Glarus

 

Die derzeitige Weltlage mit den vielen kriegerischen Konflikten und den daraus resultierenden Flüchtlingsströmen scheint beispiellos, macht betroffen und ratlos. Wie soll die Weltgemeinschaft mit der Flüchtlingsfrage umgehen? Der Glarner Historiker und Journalist Martin Beglinger wirft in einem Artikel unter dem Titel „Flucht in die Karibik“ einen Blick zurück in die Vergangenheit und beleuchtet die Frage: Wie ging denn die Völkergemeinschaft damals mit den Flüchtlingen um? Wie während des zweiten Weltkriegs mit den unzähligen, völlig rechtlosen, vertriebenen Juden? Und wie in den Siebzigerjahren mit den hunderttausenden von Vietnamesen und Kambodschanern die als Boat-Poeple vor dem Vietnamkrieg auf der Flucht waren?

Ein Rassist als Hoffnungsträger für Verzweifelte

Beglinger rückt in seinem im Magazin „NZZ Geschichte“ veröffentlichten Beitrag die aus Deutschland und Österreich flüchtenden Juden in den Fokus: Die Weltgemeinschaft verhandelte 1938 an einer grossen internationalen Tagung in Evian über das Schicksal der jüdischen Flüchtlinge. Doch die hochkarätigen Diplomaten aus 32 Staaten zeigten dort wohl viel Verständnis, aber kaum Bereitschaft danach zu handeln. Das Resultat war jedenfalls ernüchternd: „Man sucht die Welt ab nach Plätzen für Flüchtlinge. Und findet einzig die Insel eines Rassisten.“ Denn Rafael Trujillo, der damalige umstrittene Diktator der Dominikanischen Republik zeigte sich praktisch als einziger bereit, eine grosse Zahl Flüchtlinge aufzunehmen – anfänglich 10 000, später sogar bis 100 000. Dies allerdings mit fürchterlichen, tief abgründigen Motiven.

Hinter den Zahlen stehen Schicksale

Der NZZ-Redaktor beschreibt in seiner unglaublich anmutenden Geschichte nicht nur nüchterne Fakten. Vielmehr zeichnet er die Hintergründe anhand des Schicksals von einzelnen Flüchtlingen, die via Schweiz schliesslich in der Karibik landen, einfühlbar nach. Sein Artikel berührt, gibt zu denken, Parallelen zur heutigen Zeit drängen sich geradezu auf. Denn: Auch heute steht hinter den nackten Flüchtlingszahlen das Schicksal einzelner Menschen.

Martin Beglinger stellt am Freitag 24. Februar, 19.30 Uhr „Flucht in die Karibik“ in der Landesbibliothek in Glarus vor. Anschliessend findet eine Diskussion mit dem Autor statt. Der Anlass wird moderiert von Fridolin Elmer. 

 

 


 

«Rund­schau»-Mo­de­ra­tor San­dro Brotz (47) spricht im «Glar­ner­hof» über sein In­ter­view mit dem sy­ri­schen Dik­ta­tor Ba­schar el As­sad – und be­ant­wor­tet Fra­gen des Pu­bli­kums.

von Martin Meier (SO)

Ausverkauft müsste es heissen, wenn der Eintritt nicht gratis gewesen wäre. Die Anna-Göldi-Stiftung hat sich zum Ziel gemacht, sich unentgeltlich, zusammen mit Amnesty International, für die Menschenrechte einzusetzen: mit Protagonisten, die dasselbe tun. Mit Aushängeschildern wie «Rundschau»-Moderator Sandro Brotz, der sich nicht erst seit dem Interview mit dem syrischen Diktator Baschar el Assad einen Namen geschaffen hat. Der Journalist beschäftigt sich seit Längerem mit dem Justizmord an Anna Göldi: «Einem Thema, das ins Schulbuch der Schweiz gehört», ist Brotz überzeugt, der sich aber vor allem mit den Menschenrechten der heutigen Zeit auseinandersetzt. Kein Bildschirm trennt das Publikum am Donnerstag im «Glarnerhof» von jenem Mann, der vor Kurzem einem Kriegsverbrecher die Hand schüttelte. 100 000 Tote, Millionen auf der Flucht, das ist die vorläufige Bilanz des Massakers in Syrien. «Alles lief wie im Film ab» «Es ist etwas völlig anderes, vor der Kamera zu stehen, als vor Publikum zu sprechen.»

 

TV-Profi: «Rundschau»-Moderator Sandro Brotz (rechts) wird befragt von Fridolin Elmer – und dem Publikum. Bild Sasi Subramaniam

Brotz erzählt, wie das Interview mit dem Diktator zustande kommt, wie er nach Damaskus reist, in der bewachten Residenz ankommt, in welcher der Machthaber schon wartet. «Plötzlich öffnete sich die Tür – und alles lief wie im Film ab.» Brotz steht im Blitzlichtgewitter – vor Assad. Die Nervösität weicht erst, als er ihm die Hand schüttelt. Die Begrüssung sei von syrischen Fotografen und Kameraleuten festgehalten worden. «Ich wollte nicht, dass sie die ‘Rundschau’ ausstrahlt.» Den Glarnern zeigt er sie trotzdem. Auch private Bilder: vom Markt beispielsweise. Brotz erzählt, wie die Menschen versuchen, damit Normalität herzustellen. «Obwohl niemand etwas kaufte, wurden die Stände täglich frisch aufgestellt. Für einmal ist es dann nicht der Fernsehmoderator, der die Fragen stellt, sondern das Glarner Live-Publikum. «Nein: Ich durfte Assad jede Frage stellen. Abgemacht war nur, dass das Gespräch in seiner ganzen Länge ausgestrahlt wird», antwortet er dann zum Beispiel.

Brotz wird wiederkommen: zum Skifahren nach Braunwald und zur Landsgemeinde 2017. «Moment – den 7. Mai muss ich mir jetzt gleich aufschreiben.»

Aktion: Stellwände zu verkaufen

Schöne Stellwände günstig abzugeben

Die Aufbauarbeiten für das neue Museum im Hänggiturm laufen.
Um Platz zu schaffen, müssen wir möglichst bald rund 50 sehr schöne, solide, graue Stellwände  (ca. 120 cm. B x 210 cm. H) räumen. Diese werden zu einem sehr günstigen Preis abgegeben und müssen im Hänggiturm (Ennenda) abgeholt werden.

Informationen erteilt:
Fridolin Elmer
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079 196 17 92

 

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